Packen ist der Teil des Umzugs, den fast alle unterschätzen – und der einzige, bei dem sich schlechte Vorbereitung am Umzugstag direkt in Stunden übersetzt.
Wie viele Kartons brauchen Sie?
Eine belastbare Faustregel: etwa ein Umzugskarton pro Quadratmeter Wohnfläche. Für eine 65-Quadratmeter-Wohnung sind das rund 60 bis 70 Kartons. Wer viele Bücher besitzt, rechnet großzügiger; wer minimalistisch lebt, kommt mit weniger aus. Besorgen Sie lieber zehn zu viel als fünf zu wenig – nichts hält den Packfortschritt so zuverlässig auf wie eine Fahrt zum Baumarkt am Samstagnachmittag.
In welcher Reihenfolge packen?
Arbeiten Sie sich von dem, was Sie am wenigsten brauchen, zu dem, was Sie täglich benutzen. Konkret heißt das: Keller, Dachboden und Abstellräume zuerst, danach Bücher, Dekoration und Kleidung der falschen Jahreszeit, dann Geschirr und Küche bis auf das Nötigste, zuletzt Bad, Bettzeug und der Notfallkarton.
Packen Sie zimmerweise, nicht kategorieweise. Ein Karton mit „Sachen aus drei Zimmern" ist beim Auspacken wertlos, weil er in kein Zimmer gehört und deshalb im Flur stehen bleibt – manchmal wochenlang.
Beschriften: oben reicht nicht
Beschriften Sie jeden Karton an mindestens zwei Seiten, nicht nur auf dem Deckel. Sobald die Kartons gestapelt sind, sehen Sie den Deckel nicht mehr. Auf die Beschriftung gehören das Zielzimmer und ein Stichwort zum Inhalt – „Küche / Töpfe & Pfannen" ist brauchbar, „Küche 7" nicht.
Markieren Sie zerbrechliche Kartons deutlich und stellen Sie sie beim Beladen niemals unten in den Stapel. Wenn wir Ihre Kartons tragen, richten wir uns nach Ihrer Beschriftung – was nicht markiert ist, behandeln wir wie normalen Hausrat.
Die sechs häufigsten Fehler
- Kartons zu schwer packen – 20 Kilo sind die sinnvolle Obergrenze
- Hohlräume nicht ausfüllen: Was sich bewegen kann, geht kaputt
- Den Boden nur einfach zukleben statt über Kreuz
- Werkzeug einpacken, das für den Möbelabbau gebraucht wird
- Den Notfallkarton in den Lkw stellen statt ins eigene Auto
- Zu spät anfangen – realistisch sind zwei Wochen, nicht zwei Abende
Der Notfallkarton
Ein Karton bleibt bis zuletzt offen und fährt in Ihrem eigenen Auto mit: Ausweise und Mietverträge, Ladegeräte, Toilettenpapier, Handseife, Handtücher, Kaffee, ein Satz Besteck und Geschirr, Schmerztabletten, Schraubendreher und Kabelbinder. Wer diesen Karton hat, kann in der neuen Wohnung ankommen, ohne alles gleichzeitig auspacken zu müssen.